Minisymposien

Das Programm findet am Donnerstag, 07.03.2019 (8:15 Uhr – 9:45 Uhr), und Freitag, 08.03.2019 (8:15 Uhr – 9:45 Uhr & 9:45 Uhr – 11:15 Uhr), in Minisymposien statt. In einem Minisymposium werden maximal 6 Vorträge als begutachtete Beiträge in 3 Slots à 90 Minuten zusammengefasst. Die Auswahl der Beiträge nach festgelegten Qualitätsstandards und die Gestaltung des jeweiligen Minisymposiums obliegt deren Leitung.

Die Qualitätskriterien für Vorträge in einem Minisymposium werden in den neuen Richtlinien zur Gestaltung der GDM-Jahrestagungen folgendermaßen formuliert:

  • Relevanz des Themas für das Thema des Minisymposiums
  • Klare Darstellung des Themas und einer zu behandelnden Fragestellung
  • Nachvollziehbares und aus der Forschungsliteratur abgeleitetes Desiderat bzw. Einbettung in bestehende Literatur
  • Klare Darstellung der für das Thema grundlegenden Theorien, Modelle, Begriffe oder Konstrukte
  • Klare Darstellung der Vorgehensweise (Methode)
  • Klare Darstellung und Diskussion der Forschungsergebnisse

Als Teilnehmer*in der GDM 2019 können Sie nach erfolgter Anmeldung via ConfTool dort auch einen Beitrag für den Vortrag in einem Minisymposium einreichen. Wählen Sie hierzu bei der Beitragseinreichung das entsprechende Minisymposium aus. Falls Ihr Beitrag für das Minisymposium nicht angenommen wird, so wird er im normalen Programm der Tagung platziert.

Bitte beachten Sie die Bedingungen für die Beitragseinreichung.

 

Die nachfolgend aufgeführten 19 Minisymposien wurden durch das Programmkomitee eingerichtet.

 

In den eingeladenen Minisymposien 1 bis 8 sind keine Vorträge vorgemerkt, es werden also jeweils bis zu sechs Vortragsplätze vergeben.

  • Minisymposium 1: Frühe mathematische Bildung

    MS 1: Frühe mathematische Bildung

    Leitung:
    Hedwig Gasteiger (Universität Osnabrück)

    Miriam Lüken (Universität Bielefeld)

    Frühe mathematische Bildung ist mittlerweile ein etabliertes mathematikdidaktisches Forschungsfeld, das sich durch ein hohes Maß an Interdisziplinarität auszeichnet. Das Minisymposium Frühe mathematische Bildung nimmt die kindliche Kompetenzentwicklung in den Blick, ebenso wie die Kompetenz der frühpädagogischen Fachkräfte, frühe mathematische Bildung erfolgreich zu begleiten. Zudem ist die Erforschung von Gelingensbedingungen für anschlussfähiges mathematisches Lernen ein wichtiger Bereich des Forschungsfeldes. Hierbei ist die Vernetzung mit anderen Fachdisziplinen besonders vielversprechend. Zur konkreten Gestaltung des Minisymposiums freuen wir uns auf Forschungsbeiträge zur Entwicklung und Diagnostik früher mathematischer Kompetenzen, zur Ausbildung und Professionalisierung frühpädagogischer Fachkräfte, zur Rolle von Interaktionen bei der Entwicklung kindlicher mathematischer Fähigkeiten, sowie zu Zusammenhängen und Wirkungen dieser einzelnen Facetten früher mathematischer Bildung.

  • Minisymposium 2: Mathematikunterricht und Inklusion

    MS 2: Mathematikunterricht und Inklusion

    Leitung:
    Uta Häsel-Weide (Universität Paderborn)
    Petra Scherer (Universität Duisburg-Essen)

    Im inklusiven Mathematikunterricht sind die Potenziale und Fähigkeiten aller Schülerinnen und Schüler zu berücksichtigen, und Lehrkräfte sollen professionell mit der Vielfalt der Lernenden umgehen und in multiprofessionellen Teams kooperieren.

    Das Minisymposium ist offen für (Entwicklungs-)Forschungsbeiträge, die auf der Ebene der Schülerinnen und Schüler Gestaltungselemente für einen differenzsensiblen Unterricht betrachten und in ihrer Wirkung auf Interaktions- sowie Lernprozesse und -ergebnisse erforschen. Auf der Ebene der Lehrkräfte interessieren Erkenntnisse zur Professionalisierung von Lehrkräften mit Blick auf inklusionsbezogene Kompetenzen für den Mathematikunterricht in den unterschiedlichen Phasen der Ausbildung bzw. Fortbildung.

    Der Fokus des Minisymposiums liegt auf dem gemeinsamen Lernen von Schülerinnen und Schülern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf im Mathematikunterricht der Primar- und Sekundarstufe bzw. der entsprechenden Professionalisierungsprozesse von Lehrkräften.

  • Minisymposium 3: Digitalisierung und mathematisches Lernen und Lehren

    MS 3: Digitalisierung und mathematisches Lernen und Lehren

    Leitung:
    Bärbel Barzel (Universität Duisburg-Essen)
    Hans-Georg Weigand (Universität Würzburg)

    Das Thema Digitalisierung ist gegenwärtig in der Bildungspolitik von höchster Priorität (BMBF 2016, KMK, 2016). Trotz zahlreicher Unterrichtsvorschläge, theoretischer Überlegungen und empirischer Untersuchungen, die zumindest punktuell eine Effektivierung der Lernprozesse von SchülerInnen nachweisen, ist der Einsatz digitaler Medien in der Schulpraxis häufig lediglich ein Additum und kein konstruktiv sinnstiftendes und verständnisförderndes Element. Darüber hinaus verändern aktuelle Entwicklungen neuer digitaler Angebote wie Apps, Lernvideos oder digitale Schulbücher fortwährend die Rahmenbedingungen für Unterricht. Es stellt sich also einerseits die Frage nach bereits bewährten und erprobten Konzepten, andererseits aber auch nach innovativen neuen Entwicklungen für einen effektiven Unterricht mit digitalen Technologien. Dieses Minisymposium will dieses Spektrum für den Mathematikunterricht aufzeigen, möchte darüber hinaus aber auch Konsequenz für die Lehrerbildung diskutieren.

  • Minisymposium 4: Sprache beim Mathematiklernen

    MS 4: Sprache beim Mathematiklernen

    Leitung:
    Susanne Prediger (Technische Universität Dortmund)
    Stefan Ufer (Ludwig-Maximilians-Universität München)

    Dass sprachliche Lernvoraussetzungen Auswirkungen auf Mathematikleistungen haben, gilt als gesichert. Vielfältige Forschungs- und Entwicklungsprojekte haben deshalb in den vergangenen Jahren einerseits versucht, mögliche Wirkmechanismen und Erklärungsansätze für diesen Zusammenhang systematisch zu beschreiben, andererseits darauf aufbauend unterrichtliche Ansätze zu entwickeln, die sprachliche Lernvoraussetzungen spezifisch in den Blick nehmen. Über die Individualebene hinaus kommen dabei zunehmend Effekte der Klassenebene, beispielsweise durch Kompositionseffekte oder Charakteristika des Unterrichtsgeschehens in den Blick. Auch Konzeptualisierungen von Fachsprache als Lernvoraussetzungen und Lernergebnis gewinnen an Bedeutung.

    Das Minisymposium trägt aktuelle Ergebnisse zu Wirkmechanismen und Interventionsmöglichkeiten aus verschiedenen Forschungsperspektiven und Bildungskontexten zusammen. Darauf aufbauend werden notwendige Forschungs- und Entwicklungsperspektiven diskutiert.

  • Minisymposium 5: Lehrerprofessionsforschung

    MS 5: Lehrerprofessionsforschung

    Leitung:
    Gabriele Kaiser (Universität Hamburg)
    Anke Lindmeier (IPN Kiel)

    Das Feld der Professionsforschung wurde in den letzten Jahren intensiv bearbeitet und es wurden zahlreiche Modelle zu professionellem Lehrerwissen sowie stärker anforderungsbezogenen Lehrerkompetenzen entwickelt. In Studien wurden verschiedene Arten von Operationalisierungen – von klassischen Tests bis hin zu innovativen videobasierten Instrumenten – realisiert und mit einem Augenmerk auf Strukturbetrachtungen und internationale Vergleiche grundlegende Erkenntnisse gewonnen. Dabei konnte bereits gezeigt werden, dass sich Kompetenzprofile je nach Ausbildungsgang deutlich unterscheiden und diese wiederum eine Grundlage für handlungsnahe Kompetenzen bilden.

    Im Minisymposium soll nun auf Basis der aktuellen Forschungslage ein Schwerpunkt auf empirischer Forschung zu Bedingungsfaktoren für Lehrerprofessionsmerkmale und – falls möglich – deren längsschnittlichen Entwicklung liegen. Das Symposium soll damit zur Weiterentwicklung von Modellen der Lehrerprofessionsforschung beizutragen.

  • Minisymposium 6: Hochschuldidaktik Mathematik

    MS 6: Hochschuldidaktik Mathematik

    Leitung:
    Rolf Biehler (Universität Paderborn)
    Walther Paravicini (Universität Göttingen)

    Das Minisymposium ist offen für Beiträge, die sich auf verschiedene mathematikhaltige Studiengänge beziehen: Bachelor und Master Mathematik, Fachausbildung im Lehramt Mathematik, Mathematik im Service, einschließlich der darauf bezogenen Vorkurse.

    Dieses Minisymposium fokussiert auf theoretisch fundierte empirische Forschungsbeiträge, die mit qualitativen oder quantitativen Methoden arbeiten.

    Mögliche Forschungen könnten sich darauf beziehen, welche affektiven und kognitiven Lernvoraussetzungen unsere Studierenden mitbringen und welche Faktoren zum Studienerfolg besonders beitragen, oder Wirkungen von speziellen Interventionsmaßnahmen untersuchen. Neben Studien zum Verständnis mathematischer Begriffe und Theorien, könnten sich Forschungen auch auf mathematische Arbeitsweisen (z.B. das Lesen und Verstehen mathematischer Texte) beziehen.

  • Minisymposium 7: Beurteilen und Bewerten beim Lehren und Lernen von Mathematik

    MS 7: Beurteilen und Bewerten beim Lehren und Lernen von Mathematik

    Leitung:
    Regina Bruder (Technische Universität Darmstadt)
    Andreas Büchter (Universität Duisburg-Essen)

    Das Beurteilen und Bewerten von Lernständen und Leistungen gehört beim institutionalisierten Lehren und Lernen in allen Fächern seit jeher zu den zentralen Aufgaben der Lehrenden. Dennoch wird es von der Mathematikdidaktik kaum problematisiert und beforscht. Dabei gibt es über die aus der psychologischen Forschung bekannten Wechselwirkungen zwischen Bewerten und fachlichem Lernen hinaus wichtige fachspezifische Themen. So spiegelt sich etwa die mit der Einführung der Bildungsstandards intendierte Stärkung der Prozessorientierung bislang nur unzureichend in der Art der Leistungsbewertung wider. Anknüpfungspunkte könnten hier Erfahrungen mit unterschiedlichen Formaten mathematikdidaktischer Diagnose liefern.

    Die Frage, wie individuelle Lernstände und Leistungen lernförderlich beurteilt und bewertet werden können, steht im Zentrum dieses Minisymposiums, das den aktuellen Stand von Forschung und Entwicklung zu diesem Thema identifizieren, bündeln und reflektieren und zugleich Impulse für künftige mathematikdidaktische Forschung geben soll.

  • Minisymposium 8: Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis

    MS 8: Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis

    Leitung:
    Gilbert Greefrath (Westfälische Wilhelms-Universität Münster)
    Timo Leuders (Pädagogische Hochschule Freiburg)

    Ausgangspunkt des Symposiums ist die Wahrnehmung, dass der Dialog zwischen Praxis und Forschung in der Mathematikdidaktik zunehmend herausfordernder und zugleich wichtiger wird. Auch wenn fachdidaktische Forschung auf den Nutzen in der Praxis ausgerichtet ist, so ist dieser bei der zunehmenden Expansion und Spezialisierung nicht immer direkt zu erkennen. Die Bemühungen, hier Brücken zu schlagen und Verbindungen zu intensivieren sind vielfältig. Im Symposium werden solche Bemühungen vorgestellt und kritisch diskutiert. Willkommen sind Beiträge unter anderem aus folgenden Bereichen:

    • Forschungsprojekte mit ausgeprägten Disseminationselementen
    • Fortbildungsprojekte, z. B. für Lehrkräfte oder Multiplikatoren, die eine explizite Auseinandersetzung mit fachdidaktischer Forschung enthalten
    • Konkrete Forschungsprojekte für die Nutzung in der Praxis
    • Kooperationen zwischen Personen aus Praxis und Forschung (z.B. Professionelle Lerngemeinschaften) und Strategien die entstehende Erkenntnis breit verfügbar zu machen

    In allen Beiträgen sollten die Strategien besonders hervorgehoben werden, mit denen Forschung (Befunde, Vorgehensweisen, Theorien) für die mittelbare oder unmittelbare Nutzung in der Praxis aufbereitet wird. Es sollen Chancen und Probleme (sowie ggf. Evaluationsbefunde) berichtet werden.

 

In den eingereichten Minisymposien 9 bis 19 sind jeweils drei Vorträge bereits vorgemerkt, es werden also jeweils noch bis zu drei Vortragsplätze vergeben.

  • Minisymposium 9: Empirische Studien zum mathematischen Modellieren in Schule und Hochschule

    MS 9: Empirische Studien zum mathematischen Modellieren in Schule und Hochschule

    Leitung:
    Hans-Stefan Siller (Universität Würzburg)
    Katrin Vorhölter (Universität Hamburg)

    Empirische Studien zum mathematischen Modellieren gehören zu einem Forschungsgebiet in der Mathematikdidaktik, welches sich internationaler Aufmerksamkeit erfreut. In den letzten Jahrzehnten weiteten sich im deutschsprachigen Raum die Forschungsaktivitäten in diesem Gebiet von qualitativen Fallstudien zu größeren Forschungsprojekten aus. Aktuelle Studien fokussieren auf Akteure von Modellierungsprozessen, also Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Altersstufen und (deren) Lehrende. Hier werden neben Hilfsmitteln, Scaffolding-Maßnahmen und Interventionsmaßnahmen beim mathematischen Modellieren zunehmend auch die Kompetenzen von angehenden Lehrkräften zum Lehren mathematischen Modellierens in den Blick genommen. Auch äußeren Rahmenbedingungen, welche den erfolgreichen Erwerb von Modellierungskompetenzen beeinflussen können, wird zunehmend Aufmerksamkeit gewidmet.

    Das Minisymposium gibt einen Überblick über unterschiedliche Forschungsaktivitäten und -projekte zum mathematischen Modellieren von Lernenden in der Schule und angehenden Lehrkräften in der Hochschule im deutschsprachigen Raum, sodass Perspektiven für weitere Forschungsmöglichkeiten konstruktiv diskutiert werden.

    Thematische Schwerpunkte:

    • Modellierungskompetenzen von Schülerinnen und Schülern
    • Professionelle Kompetenzen zum Lehren mathematischen Modellierens von Studierenden

  • Minisymposium 10: Mathematisches Argumentieren und Beweisen: Bewertung von Produkten – Theoretische Hintergründe und praktische Umsetzung

    MS 10: Mathematisches Argumentieren und Beweisen: Bewertung von Produkten – Theoretische Hintergründe und praktische Umsetzung

    Leitung:
    Esther Brunner (PH Thurgau)
    Daniel Sommerhoff (LMU München)

    Mathematisches Argumentieren und Beweisen sind zentrale Aktivitäten im Bereich der Mathematik. Dies spiegelt sich in einem entsprechenden Forschungsschwerpunkt im Bereich der Didaktik der Mathematik wider, welcher sowohl Argumentations- und Beweisprozesse als auch entsprechende Produkte von Schüler*innen sowie Studierenden untersucht. Für deren Analyse ist der Kodierungsprozess zentral, bei der deren Qualität nach verschiedenen Kriterien beschrieben und (mittel bzw. hoch inferent) eingeschätzt wird. Eine systematische, methodische Auseinandersetzung mit der Kodierung von Beweis- und Argumentationsprodukten blieb jedoch bisher weitestgehend aus. Entsprechend ist davon auszugehen, dass es in der empirischen Forschung zur Beschreibung und Einschätzung von Produkten aus Argumentations- und Beweisprozessen Unterschiede in den Analyseverfahren gibt, welche bisher kaum systematisch vergleichend diskutiert werden.

    Zur systematischen Adressierung der unterschiedlichen Kodierung von Argumentations- und Beweisprodukten werden im Rahmen des Minisymposiums Forschende verschiedener Standorte ihre Kodierverfahren vorstellen. Dies involviert die Darstellung von unterliegenden theoretischen Konzeptionen, verwendeten Bewertungsverfahren (insbesondere erhobene Variablen, verwendete Bewertungsskalen) und deren Anwendung an Beispielen.

    In einer abschließenden Diskussion werden die verschiedenen Verfahren durch einen Diskutanten kontrastiert und kritisch reflektiert. Die Ergebnisse des Minisymposiums sollen so dazu beitragen, die Bewertung von Argumentations- und Beweisprodukten innerhalb des deutschsprachigen Forschungskontexts zu diskutieren und auf Chancen und Grenzen hin zu beleuchten.

  • Minisymposium 11: Serendipität in der Elementarmathematik

    MS 11: Serendipität in der Elementarmathematik

    Leitung:
    Rainer Kaenders (Universität Bonn)
    Ysette Weiss (Universität Mainz)

    Serendipität bezeichnet die zufällige Entdeckung von etwas Unerwartetem auf der Grundlage intensiver Arbeit an einem Thema. In der Mathematik spielt Serendipität eine zentrale Rolle. Bei der Lösung mathematischer Probleme, bei der Untersuchung mathematischer Phänomene, bei der Erledigung von Routineaufgaben, in Übungsphasen – immer wieder werden auf der Grundlage mathematischer Erfahrung unerwartete Entdeckungen, Einsichten oder Beobachtungen gewonnen.

    Wo kann das Zufällige, Ungeplante, gleichwohl Inspirierende Platz im Unterricht finden? Uns geht es weniger darum, Serendipität im Unterrichts-geschehen zu organisieren, sondern Räume zu schaffen, die zufällige Entdeckungen erlauben. Welche speziellen schulischen und außer-schulischen Schüleraktivitäten ermöglichen Serendipität? Das mathematik-didaktische Minisymposium beschäftigt sich sowohl mit geeigneten Themen als auch mit der Diskussion entsprechender Unterrichtsformen.

    Der derzeitige Schulbetrieb, Testtraining und Outputorientierung unter-stützen ein Bild von Mathematik als geschlossenem Räderwerk. Auch soziale Phänomene, wie die Maschinenlesbarmachung sämtlicher Lebens-bereiche und die damit wachsende Rolle von Algorithmen und Berechen-barkeit erzeugen ein verzerrtes Bild von der Entwicklung und Beschäftigung mit Mathematik.

    Im Internet bereitgestellte Suchmaschinen schaffen den Eindruck von Zufälligkeit und vermitteln das Gefühl, etwas ohne Erfahrung und Fachwissen zufällig entdeckt zu haben. Man könnte meinen, dass Seren-dipität hier immer vorhanden wäre – und tatsächlich findet man hier auch den Gebrauch dieses Begriffs. Doch Suchmaschinen schaffen durch ihre Algorithmen Anreize, in ganz spezielle Richtungen weiter zu suchen, die nicht auf der Erfahrung und der Einschätzung der Suchenden beruhen.

    Mit Beispielen aus der Geschichte der Mathematik und Berichten aus tatsächlichem Unterrichtsgeschehen werden wir andere Geschichten von der Welt mathematischer Entdeckungen erzählen und einzuordnen.

  • Minisymposium 12: Längsschnittliche Analysen im Arithmetik-Unterricht der Primarstufe und am Übergang zur Sekundarstufe

    MS 12: Längsschnittliche Analysen im Arithmetik-Unterricht der Primarstufe und am Übergang zur Sekundarstufe

    Leitung:
    Maria Fast (KPH Wien/Krems)
    Anne Fellman (PH Kärnten)

    Im Fokus steht das Interesse an den Denkstrukturen und Lösungsmethoden von Kindern, auf welche Art und Weise Kinder Rechnungen/Aufgabenstellungen lösen und wie sich die dahinter liegende Konzepte von Begrifflichkeiten im Laufe der Primarstufe und darüber hinaus entwickeln. Bereits Beentjes und Jonker (1987, S. 7) betonen, „that it is risky to base judgment on only one session […]“. Entwicklungsprozesse stellen nach Rathgeb-Schnierer (2006, S. 100) einen „komplexen dynamischen Prozess“ dar. Da es kein allgemeingültiges theoretisches Entwicklungsmodell gibt, ist es notwendig, Phänomene beschreibend zu erschließen und Erklärungsansätze in Form von theoriegenerierenden Aussagen bzw. Bausteinen herauszufinden. Reiss (2009, S. 119) betont im Zusammenhang mit der Entwicklung mathematischer Kompetenzen die zentrale Bedeutung der Grundlagen und damit der Primarstufe. Um diese Entwicklungs- und Lernverläufe in ihren individuellen Veränderungen und Transformationen zu beschreiben, sind daher Längsschnittstudien notwendig, welche das Denken von Kindern über einen längeren Zeitraum systematisch beschreiben und erfassen.

    Längsschnittstudien bzw. Longitudinalstudien „basieren auf der grundsätzlichen Annahme der Prozesshaftigkeit von Untersuchungsgegenständen“ (Witzel, 2010, S. 291). Mögliche Entwicklungsprozesse können durch Paneluntersuchungen an einer gleichbleibenden Stichprobe erhoben werden (vgl. Bortz & Döring, 2016; Witzel, 2010).

    Nach Reiss, Heinze und Pekrun (2007, S. 111) lassen sich für Deutschland Studien, die die mathematischen Leistungen in ihrer Entwicklung erfassen, in der Mathematikdidaktik kaum finden. Gaidoschik (2010, S. 16; vgl. auch Reiss, 2009, S. 121) führt aus, dass bis zum heutigen Tag Übersichtsstudien, welche die Denk- und Lösungswege der Kinder von der Primarstufe über die Sekundarstufe hinaus beschreiben und analysieren, fehlen.

    Entsprechende Studien können weitere Erkenntnisse zur Genese von mathematischen Entwicklungsverläufen und möglichen Bedingungsfaktoren leisten. Des Weiteren können sie zur wissenschaftlich fundierten Weiterentwicklung des Mathematikunterrichts beitragen, sowohl grundsätzlich als auch an der Schnittstelle Primar- und Sekundarstufe.

  • Minisymposium 13: Renaissance der mathematischen Wanderpfade

    MS 13: Renaissance der mathematischen Wanderpfade

    Leitung:
    Nils Buchholtz (Universitet i Oslo)
    Matthias Ludwig (GU Frankfurt am Main)

    Ein Mathtrail (mathematischer Wanderpfad) ist eine Route, entlang derer an verschiedenen Positionen mathematische Aufgaben angelegt sind. Mathtrails sind Teil der Outdoor Education, und verbinden Aspekte des Stationenlernens mit der Arbeit in autonomen Kleingruppen, dem enaktiven Lernen sowie Bewegung. Seit den 80er Jahren wurde in verschiedenen Publikationen der Beitrag hervorgehoben, den Mathtrails zur Popularisierung von Mathematik bieten (Blane, 1989). Neuere Arbeiten finden weitere Einsatzgebiete für Mathtrails, beispielsweise in der Lehrerbildung (Barbosa & Vale, 2016) oder auch als Teil des Schulunterrichts beim Entdecken (Buchholtz & Armbrust, 2018) und Einüben von mathematischen Inhalten (Zender & Ludwig, 2018). Auch das Modellieren im Mathematikunterricht lässt sich für bestimmte Typen von Aufgaben mit Mathtrails erschließen (Gurjanow, Jablonski, Ludwig & Zender, 2018).

    Mathtrails bieten ein lebendiges und aktives Arbeitsfeld der mathematikdidaktischen Forschung und ihre Einsatzmöglichkeiten (im Mathematikunterricht) sind vielfältig. So stellen sich neben klassischen Fragen zur Motivation von Lernenden und Kriterien und Settings für das außerschulische Lernen von Mathematik beispielsweise aktuelle Fragen, inwieweit das Format für das Lernen von mathematischen Inhalten geeignet ist, inwieweit entsprechende Lernangebote vor dem Hintergrund zunehmender Heterogenität der Lernenden differenziert gestaltet werden können, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten erforderlich bzw. vermittelbar sind und inwiefern der Einsatz digitaler Hilfsmittel bei mathematischen Wanderpfaden sinnvoll erscheint. Auch methodische Fragen der Beforschung mathematischer Wanderpfade erscheinen insbesondere bei der zunehmenden Digitalisierung von Lernangeboten weiterführend und aktuell.

    Das Minisymposium soll erste Ansätze und Ausblicke für die Renaissance der Mathtrails bieten, wendet sich aber darüber hinaus auch an Vertreter von Outdoor Education, Stationenlernen, Modellieren und mobile learning. Dabei sollen sowohl Forschungs- und Entwicklungsprojekte in diesem Bereich thematisiert werden als auch über innovative Forschungsmethoden diskutiert werden. Die gemeinsame Weiterentwicklung des Themas verspricht gewinnbringende Ergebnisse für Unterricht und Forschung.

  • Minisymposium 14: Eye Tracking: Eine Methode zur Erfassung kognitiver Prozesse in der Mathematikdidaktik

    MS 14: Eye Tracking: Eine Methode zur Erfassung kognitiver Prozesse in der Mathematikdidaktik

    Leitung:
    Andreas Obersteiner (PH Freiburg)
    Anselm Strohmaier (TU München)

    WeiterDie Erfassung kognitiver Prozesse ist für die mathematikdidaktische Forschung relevant und stellt gleichzeitig eine methodische Herausforderung dar. Eine zunehmende Anzahl an mathematikdidaktischen Studien setzt Eye Tracking ein, um aus Blickbewegungen Rückschlüsse auf kognitive Prozesse und Strategien zu ziehen. Der Zugang zu immer preisgünstiger und leichter handhabbaren Eye-Tracking-Systemen sowie die technische Entwicklung der Methode unterstützen diesen Trend. Gegenstand der Diskussion ist allerdings, wie Daten erhoben und ausgewertet werden sollten und welche Aussagekraft sie haben (Barmby et al., 2014; Schindler et al., 2018).

    In diesem Minisymposium werden Studien mit Eye Tracking in unterschiedlichen Inhaltsbereichen vorgestellt. Ziel ist, einen Einblick in den Forschungsstand zu geben und eine Diskussion anzuregen über Bedingungen einer sinnvollen Nutzung von Eye Tracking in der mathematikdidaktischen Forschung. Insbesondere werden Fragen der Validität und Reliabilität der Methode diskutiert. Das Symposium beinhaltet Beiträge mit überwiegend qualitativer, aber auch solche mit vorwiegend quantitativer Datenanalyse.

  • Minisymposium 15: Innovative und neuartige Forschungsansätze für die Mathematikdidaktik durch den Einsatz digitaler Medien

    MS 15: Innovative und neuartige Forschungsansätze für die Mathematikdidaktik durch den Einsatz digitaler Medien

    Leitung:
    Frank Reinhold (TU München)
    Guido Pinkernell (PH Heidelberg)

    Die Diskussion um eine Digitalisierung des Schulunterrichts ist eine zentrale und aktuelle bildungspolitische Frage. Dazu stehen im Fokus mathematikdidaktischer Forschung meist motivationale oder kognitive Veränderungen bei Schülerinnen und Schülern durch den Einsatz digitaler Medien im Mathematikunterricht. In diesem Minisymposium möchten wir diese Perspektive um innovative und neuartige Forschungsansätze erweitern und diskutieren, inwiefern der Einsatz digitaler Medien die Beantwortung von Fragen ermöglicht, die mit traditionellen Medien nicht oder nur unzureichend beantwortet werden konnten.

    Zum einen soll der Einsatz von digitalen Medien als Messinstrumente für Konstrukte diskutiert werden, die traditionell nicht oder nur bedingt zu erfassen waren. Hier erscheint unter anderem die Erfassung von Prozessdaten während der Nutzung der Geräte durch Schülerinnen und Schüler gewinnbringend.

    Zum anderen sollen bereits bestehende Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen der Mathematikdidaktik identifiziert werden, die durch den Einsatz digitaler Medien im Mathematikunterricht möglicherweise neu diskutiert werden sollten. Hier kann unter anderem automatisches und adaptives Feedback in interaktiven Lernumgebungen als ein vielversprechender Ansatz für den Umgang mit Heterogenität im Klassenraum genannt werden.

    Das Minisymposium richtet sich somit an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, deren Interesse nicht nur der Digitalisierung des Mathematikunterrichts, sondern auch der Digitalisierung der mathematikdidaktischen Forschung gilt.

  • Minisymposium 16: Qualität einer Mathematikunterrichtsstunde valide beurteilen – kritischer Vergleich mehrerer Perspektiven

    MS 16: Qualität einer Mathematikunterrichtsstunde valide beurteilen – kritischer Vergleich mehrerer Perspektiven

    Leitung:
    Edyta Nowinska (Universität Osnabrück)
    Benjamin Rott (Universität zu Köln)

    Ein wichtiger Bereich mathematikdidaktischer Forschung ist die Analyse und Entwicklung von Unterrichtsqualität.

    Im Minisymposium wird – am Beispiel einer Unterrichtsstunde zum Problemlösen – zunächst diskutiert, was aus einer normativen Perspektive die Qualität einer solchen Unterrichtsstunde ausmachen kann. Anschließend soll die Qualität dieser Unterrichtsstunde anhand verschiedener Instrumente (u.a. Ratinginstrument zur Beurteilung metakognitiv-diskursiver Unterrichtsqualität) analysiert werden. Die Analysen sollten den Fokus auf Besonderheiten der jeweiligen Instrumente und einerseits Bezug auf die intendierten und andererseits auf die eingeschätzten Aspekte der Unterrichtsqualität nehmen. In einem weiteren Vortrag werden die Ergebnisse dieser Analysen aufeinander bezogen und kritisch diskutiert. Insbesondere werden Konsequenzen und Herausforderungen an die mathematikdidaktische Forschung zur Unterrichtsqualität elaboriert.

    Durch den vergleichenden, explorativen Zugang zur Unterrichtsqualität leistet das Minisymposium einen Beitrag zum tieferen Verständnis der gewählten Perspektiven zur Erfassung von Unterrichtsqualität sowie methodischer und konzeptueller Herausforderungen beim Messen dieses Konstruktes. Ein solches Verständnis spielt insbesondere für eine evidenzbasierte Entwicklung von Unterricht eine wichtige Rolle.

    Wir freuen uns auf Vorträge zu methodischen oder konzeptionellen Aspekten der Analyse von Unterrichtsqualität.

  • Minisymposium 17: Professional development research on the level of facilitators

    MS 17: Professional development research on the level of facilitators

    Leitung:
    Birte Pöhler (TU Dortmund)
    Ralf Nieszporek (Universität Paderborn)

    Within the last decades, the design of and the research on professional development (PD) courses for mathematics teachers have gained increasing attention in mathematics education research for various reasons.

    There is a wide consensus that the quality of this professional development programs depends to a large extent on the quality of its facilitators. There­fore, the skillfullness and the qualification of facilitators has recently moved into the focus of mathematics education researchers’ attention. So far, few is known about an effective professionalization of facilitators, particularly about their norms, their practices, and their learning processes in conducting PD courses, especially in reference to on the level of concrete PD contents.

    The planned Minisymposium aims at collecting content-specific and more generic approaches and first results of PD research on the level of facilitators. Possible conclusions for the facilitator PD programs will also be discussed.

    Due to the invitation of the keynote speaker Abraham Arcavi the minisymposium will take place in English. Therefore, the language of the submitted papers should also be English.

  • Minisymposium 18: Diagnostik als Aufgabe der Lehrerbildung - Forschungsansätze

    MS 18: Diagnostik als Aufgabe der Lehrerbildung - Forschungsansätze

    Leitung:
    Katja Lengnink (JLU Gießen)
    Jürgen Roth (Universität Koblenz-Landau)

    Diagnostische Kompetenz ist für das professionelle Lehrerhandeln in heterogenen Lerngruppen von großer Bedeutung. Sie wird von Weinert definiert als „Bündel von Fähigkeiten, um den Kenntnisstand, die Lernfortschritte und die Leistungsprobleme der einzelnen Schüler sowie die Schwierigkeiten verschiedener Lernaufgaben im Unterricht fortlaufend beurteilen zu können, sodass das didaktische Handeln auf diagnostische Einsichten aufgebaut werden kann“ (Weinert, 2000). Es handelt sich also um Fähigkeiten, welche zur Analyse der Schüler einerseits, aber auch des Lernmaterials und der Aufgabenschwierigkeit andererseits, genutzt werden können. Da diese die Grundlage des didaktischen Handelns der Lehrperson sein sollen, sehen Leuders et al. (2018) die Diagnosekompetenz als eine der zentralen Komponenten für erfolgreichen Unterricht an.

    Dass Diagnostik daher bereits in der Lehrerbildung zum Thema gemacht werden sollte, gilt als unbestritten und wird auch bereits an vielen Universitätsstandorten umgesetzt. Bislang ist jedoch nicht umfassend geklärt, wie diagnostische Kompetenz bei Lehramtsstudierenden aufgebaut und dieser Aufbau begleitet werden kann (vgl. Enenkiel), welche Lernhürden es für die Studierenden gibt und welche Zugänge sie nutzen (vgl. Beretz). Zudem stellt sich die Frage, in wie weit unterrichtliches Handeln durch diagnostische Kompetenz beeinflusst wird (vgl. Walz). Im Minisymposium sollen Forschungsansätze zur Diagnostik in der Lehrerbildung diskutiert werden.

  • Minisymposium 19: Stochastik unterrichten

    MS 19: Stochastik unterrichten

    Leitung:
    Karin Binder (Universität Regensburg)

    Katharina Böcherer-Linder (Universität Freiburg)

    Die Integration von Stochastik in die Lehramtsausbildung für alle Schulformen und den Mathematikunterricht bereits ab der Grundschule ist relativ jung. So wurde durch die Kultusministerkonferenz 2003 mit der Leitidee L5 „Daten und Zufall“ der Stochastikunterricht deutlich aufgewertet. Hintergrund für diese Entwicklung ist die Fülle an statistischen Informationen mit denen Menschen täglich konfrontiert werden und auch neuere gesellschaftliche Herausforderungen, wie der Umgang mit big data. Aus diesem Grund herrscht auf internationaler Ebene bereits ein reger Austausch über empirische Studien zur Didaktik eines modernen Stochastikunterrichts (z.B. CERME, ICOTS), während im deutschsprachigen Raum noch weitere Forschungsbemühungen wünschenswert wären.

    Inzwischen bieten die Bildungsstandards und ihre Umsetzung in Schulbüchern und Curricula zwar für den deutschsprachigen Raum bereits den notwendigen Rahmen, jedoch bedarf es weiterer empirischer Studien zu den Bedingungen, wie die Integration stochastischer Aspekte im Sinne einer frühzeitigen und kontinuierlichen Förderung gelingt. Mit dem Minisymposium „Stochastik unterrichten“ soll hierzu ein Beitrag geleistet werden. Das Minisymposium widmet sich zum einen der Grundlagenforschung (wie der Frage nach der Kompetenzstruktur des Wahrscheinlichkeitsbegriffes), der mathematikdidaktischen Entwicklung (z.B. Visualisierung von Wahrscheinlichkeiten) und der empirischen Erforschung ihrer Wirksamkeit. Dabei wird auch auf kontraintuitiven Phänomene eingegangen, die z.B. bei bedingten Wahrscheinlichkeiten auftreten. Die Ergebnisse der empirischen Studien haben dabei nicht nur Konsequenzen für den Schulunterricht, sondern auch für die Aus- und Fortbildung in Bereichen wie Medizin und Jura. Das Minisymposium trägt aktuelle Ergebnisse empirischer Studien und Unterrichtsempfehlungen zur Stochastik zusammen und diskutiert notwendige Forschungs- und Entwicklungsperspektiven.